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06.08.2011 20:51 Alter: 7 yrs
Kategorie: Hotel

Rheinische Post: Weißes Schloss am Meer


Weißes Schloss am Meer

VON IRIS ZILKENS - zuletzt aktualisiert: 15.08.2011 - 08:45

 

(RP) Auf Juist ticken die Uhren langsam. Für Großstadtmenschen ist die autofreie Insel eine geradezu heilsame Erfahrung. Wer sich dem ostfriesischen Eiland nähert, lässt mit dem Festland auch eine Portion Hektik hinter sich.

 

Das ist das Kurhaus Juist 

Zwei Pferdestärken vor eine Kutsche gespannt transportieren auf der nur 500 Meter breiten, aber 17 Kilometer langen Insel alles, was bewegt werden muss: Mobiliar, Müll, Bierkästen und Touristen. Juist entschleunigt. Wo man nicht schneller vorankommen kann und muss als zu Pferde, zu Fuß oder per Fahrrad, und wo das lauteste Geräusch das Schreien der Möwen ist, haben es Körper und Seele leicht, zu entspannen. Mag sein, dass die Juister auch deshalb ihre Insel "Töwerland", "Zauberland", nennen.

Bereits seit mehr als hundert Jahren trägt das "Erste Haus am Platze", das "Strandhotel Kurhaus Juist", dazu bei, stressgeplagte Erholungssuchende zu verwöhnen. Prächtig und mächtig ragt dieses "Weiße Schloss am Meer" aus der übrigen Architektur des Dorfes Juist heraus. Schon früh zog es adelige und prominente Besucher an, etwa den König von Sachsen oder Mitglieder aus der Familie der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Bei seiner Rundum-Renovierung vor wenigen Jahren wurde dem Haus eine markante Glaskuppel aufgesetzt, von der aus man einen spektakulären Weitblick auf Insel und Meer hat.

 

Das ist die Nordsee-Insel Juist 

Lediglich 72 Zimmer und Suiten verteilen sich in dem großzügigen Gebäude, so dass selbst bei voller Belegung angenehme Ruhe herrscht. Die Farben der Zimmereinrichtung sind der umgebenden Natur entlehnt: Frisches Meeresblau, helles Sand-Beige und freundliches Wolken-Weiß strahlen Fröhlichkeit und Eleganz aus. Die Zimmer höherer Kategorien bieten eine eigene Küche. Trotz der Ausrichtung des Hotels zum Meer hin hat das Haus nicht nur eine Schokoladenseite. Manche Gäste bevorzugen die Hotelzimmer mit Blick übers Meer, andere wohnen lieber in sonniger Südlage mit Ausrichtung auf Dorf und Watt.

Besonderes Schmuckstück des Hauses ist der "Weiße Saal", wo sich kristallene Deckenleuchter in goldenen Spiegeln duplizieren, dicke Säulen die stuckverzierte Decke tragen und hohe Fenster den Blick auf den breiten Sandstrand mit den bunten Strandkörben freigeben. In diesem historischen Saal wird morgens ein üppiges Frühstücksbüffet kredenzt – für Langschläfer bis 11.30 Uhr – und abends zum Dinieren gebeten. Sollte man zwischendurch noch Hunger verspüren, trifft man sich in der Kaminbar zu kleinen Snacks oder leckeren Waffeln mit Kirschen und Sahne.

 

Die Nordsee von oben 

Bei aller Eleganz des Hauses herrscht unter den Gästen entspannte Urlaubsatmosphäre. Die kleinen Gäste zieht es in den "Kindertreff", wo unter Anleitung von Betreuerinnen gespielt und gebastelt wird. Das gibt den Eltern die Möglichkeit, in Ruhe das Spa zu genießen. Verschiedene Saunen, vielfache Möglichkeiten der Massage sowie Wellness- und Kosmetikbehandlungen sorgen für Tiefenentspannung und Wohlgefühl. Im Indoor-Pool zieht man mit Blick aufs Meer seine Bahnen. Entscheidend zur Urlaubsfreude trägt das besonders aufmerksame Personal bei. Nach wenigen Tagen im "Kurhaus Juist" tickt die innere Uhr des Gastes gemächlicher – fast vergessen sind Armbanduhr, Handy und sogar das eigene Auto.